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CASTOR-Transport stoppen!

Die außerparlamentarische Anti-AKW-Bewegung verhinderte in den Siebzigerjahren zwei Drittel von 90 geplanten Atomkraftwerken. In den Auseinandersetzungen um Whyl, Grohnde, Kalkar, Brokdorf und Gorleben konnte die damalige SPD/FDP-Regierung trotz massiver Polizeieinsätze und Kriminalisierungsversuche der Anti-AKW-Bewegung dieses mörderische Atomprogramm nicht durchsetzen. Das vorläufige Aus brachte die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl am 26. April 1986: Zehntausende von Menschen starben, unzählige Kinder und Erwachsene erkrankten in Europa an Krebs, weite Teile der Ukraine und Weißrußlands sind radioaktiv verseucht. In der BRD wurden keine weiteren AKW gebaut; der "Schnelle Brüter" in Kalkar, der THTR Hamm und die Wiederaufbereitungsanlage (WAA) Wackersdorf wurden zu Milliardenruinen.

Die Rosa-Grüne Regierung ist Teil der Atommafia

Auch wenn in der BRD für die unmittelbare Zukunft keine neuen AKWs zur Sicherung der Grundlast der Stromversorgung geplant sind, werden Atomanlagen ausgebaut: Der Atombombenreaktor FRM II in München-Garching, die Urananreicherungsanlage (UAA) in Gronau, Dutzende von Atommüllzwischenlagern an den AKW-Standorten. Neue Reaktortypen für die Zeit nach dem Auslaufen der jetzigen Kraftwerksgeneration sind fertig geplant (z. B. der "Europäische Druckwasserreaktor" EPR) oder befinden sich in der praktischen Erprobung (Atomfusion). Aktuell fördert die Bundesregierung den Neubau von AKWs u. a. in der Ukraine und in Litauen mit Krediten und Bundesbürgschaften.

Die Produktion von Atomenergie und der Bau von Atomanlagen ist kein auslaufendes Geschäft, sondern eines, das neue Monopolprofite und Herrschaftsmöglichkeiten verspricht. Die von der SPD/Grünen Bundesregierung betriebene Politik trägt dieser Interessenlage des deutschen Atomkapitals Rechnung und hat RWE, E.ON, Bayern-werke, Siemens und anderen eine Garantie dafür abgegeben, aus den bisherigen AKWs störungsfrei größtmögliche Profite ziehen zu können, den Einfluß deutscher Konzerne auf dem Weltmarkt abzusichern und alle Wege zu zukünftigen, teilweise noch gefährlicheren Anwendungen der Atomenergie offenzuhalten ("Atomkompromiss"). Die ehemalige Antiatompartei der Grünen paktiert mit dem Atomkapital, um - hinter der Maske eines angeblichen "Ausstiegs" - die Atomenergie in Wirklichkeit zu modernisieren und auszubauen.

Der Normalbetrieb ist die Katastrophe

Alle AKWs gehören sofort stillgelegt! Auch durch den Normalbetrieb von AKWs wird Radioaktivität freigesetzt. Die radioaktiven Strahlen laden die DNS der Zellen elektrisch auf, zerstören sie dabei oder lassen sie wegen der veränderten Erbinformation als Krebsgeschwür wuchern. AKWs produzieren radioaktive Substanzen, die von Menschen über die Nahrung und die Atmung und teilweise durch die Haut aufgenommen und in den Körper eingebaut werden. Sie zerstören den Menschen von innen. Sowohl in der Nahrungskette als auch im menschlichen Körper reichern sich radioaktive Stoffe immer weiter an. Für Schäden infolge von radioaktiver Strahlung gibt es keine Grenzwerte! Es gibt keine Dosis, die ungefährlich ist, selbst die niedrigste kann Krebs auslösen.

So liegt z. B. die Leukämierate in der Umgebung des AKW Krümmel um das 85-fache über dem Durchschnitt. In den umliegenden Land-kreisen Lauenburg, Harburg und Lüneburg traten von 1984 bis 1993 insgesamt 630 Fälle von Leukämie auf. Nach einer bundesweiten Kinderkrebsstudie ist das Risiko, an Leukämie zu erkranken, in bis zu 15 Kilometer Entfernung von einem AKW um 14 Prozent höher, die Gefahr von Geschwulsten am Lymphgewebe um 67 Prozent größer. Atomkritische Studien zum Reaktor (z. B. von der Uni Bremen) wurden unterdrückt. Das AKW in Krümmel soll nach den Plänen von SPD und Grünen bis zum Jahr 2020 weiter töten dürfen.

Tödlich ist die Destruktivkraft Atomenergie auch an den anderen Punkten ihrer Herstellung und Nutzung. Z. B. durch die Vergiftung und Verseuchung von Menschen und äußerer Natur beim Uranabbau, bei der Lagerung der benutzten radioaktiven Brennstäbe, bei der so genannten Wiederaufbereitung, also der Herauslösung von Plutonium aus dem Atommüll (siehe z. B. die Vergiftung von Meer und Umland rund um die WAAs La Hague und Sellafield) und bei den ständigen Transporten von atomarem Material in undichten Behältern zwischen diesen Punkten. Die dazu verwendeten CASTOR-Behälter enthalten soviel Radioaktivität wie 40 Hiroshima-Bomben und sind im Inneren bis zu 400 Grad heiß. Die austretende Strahlung führt zu einem heftigen Neutronen-Beschuss der die CASTORen begleitenden PolizistInnen. 1998 führte dies zu einem Transportstopp durch die damalige CDU-Umweltministerin Merkel.

Atomkapital und Staat nehmen die Gefährdung und Tötung von Menschen wissentlich in Kauf, weil die Atomenergie einerseits den Betreibern Extraprofite sichert und dem Staat andererseits die aktuelle oder potenzielle Verfügungsgewalt über Atomwaffen.

Atommüllager in Ahaus, Gorleben und anderswo verhindern!

Weltweit gibt es kein sicheres Endlager für Atommüll, das Mensch und Natur die nötigen Zehntausende von Jahren vor der strahlenden Hinterlassenschaft schützt. Der aus deutschen AKWs stammende Atommüll soll noch mindestens bis 2005 in die französischen oder britischen WAAs transportiert werden dürfen - 1998 wurde im rosagrünen Regierungsprogramm noch ein Ende dieser Transporte binnen Jahresfrist herbeigelogen. Bei der Wiederaufbereitung fällt die zwanzigfache Menge neuer radioaktiver Abfälle an, die in die BRD-Zwischenlager zurückgeschafft werden sollen, u. a. etwa 420 CASTOR-Behälter nach Gorleben. In Morsleben wird seit dem Anschluss der DDR schwach und mittelradioaktiver Atommüll u. a. aus Betriebsrückständen endgelagert. Der strahlende Abfall wird teilweise in Fässern gelagert oder einfach aus Containern in die Hohlräume des früheren Salzbergwerks gekippt. Weiterer schwach- und mittelradioaktiver Atommüll wird in der ehemaligen Eisenerzgrube Schacht Konrad deponiert.

Bewacht von bis zu 30.000 PolizistInnen und gegen einen breiten und militanten Widerstand wurden von April 1995 bis 1997 die ersten CASTOR-Behälter mit hochradioaktiven, abgebrannten Brennelementen nach Gorleben geschafft. Der Anti-AKW-Bewegung gelang es 1997 beinahe, den Atomtransport zu stoppen. Im März 1998 folgte unter Leitung eines grünen Polizeipräsidenten ein Transport zum Brennelementezwischenlager nach Ahaus, dessen Lagerkapazität von rosagrün kurz vorher von 1500 auf 4200 Tonnen erhöht worden war. Noch nicht einmal an den vielen Zwischenfällen im Brennelementezwischenlager (z. B. undichte Atommüllfässer, rostende CASTORen usw.) nahmen diese Atomparteien Anstoß. An allen AKW-Standorten sollen weitere Zwischenlager genehmigt werden, um sich das Störpotential CASTOR-Transporte vom Hals zu schaffen und die Reaktoren jahrzehntelang weiter laufen zu lassen. Bis zu acht Jahre sollen die CASTORen in den "Interimslagern" unter provisorische Betonhauben geparkt werden, damit die AKWs weiterlaufen können (z. B. das AKW Neckarwestheim).

AKWs, der Weg zur deutschen Atombombe

Die Atomtechnologie hat militärische Wurzeln. 1942 wurde der erste Atomreaktor an der Universität von Chicago als Teil des "Manhattan-Projekts" in Betrieb genommen. Elektrizität wurde später zum zivilen Abfallprodukt einer Militärtechnologie. Atomkraftwerke sind schlafende Atombomben. Ein aktuelles Beispiel für die Untrennbarkeit von ziviler und militärischer Nutzung der Atomenergie ist die Lieferung von abgereichertem Uran aus den Brennelementefabriken der Atomindustrie an US- und britisches Militär zur Herstellung von Uranmunition. Zehn Tonnen Uran wurden während des NATO-Angriffskriegs gegen Jugoslawien verwendet, ca. 350 Tonnen Uran während des Golfkriegs gegen den Irak.

Siemens und die TU München haben in Garching bei München ein neues AKW errichtet, den FRM II. Er soll mit hochangereichertem Uran betrieben werden, einem Atombombengrundstoff. Wenn der FRM II seine endgültige Genehmigung erhalten sollte, hätte die BRD nach dem Scheitern der WAA Wackersdorf und dem Schnellen Brüter in Kalkar erstmals eine Atomanlage, in der militärisch leicht nutzbares Uran verwendet wird.

Atomenergie blockiert sanfte Energieversorgung

Die Propaganda der Atomkonzerne will uns weismachen, diese mörderische Technologie wäre ein Mittel gegen die Klimaveränderung. Alles Lüge! Laut einer Studie aus den USA bringt ein Dollar, investiert in Atomstrom, 7,4 Kilowattstunden. Setzt mensch einen Dollar zur Effizienzsteigerung oder für Energieeinsparen ein, gewinnt mensch 50 Kilowattstunden.

In der BRD wurden bis 1988 rund 61,6 Mrd. DM für Atomenergie ausgegeben. Ökologische, regenerative (wiedererneuerbare) Formen der Energieproduktion führen ein Schattendasein. Dabei hatte sogar das Kernforschungszentrum Jülich in den Siebzigerjahren für die Windenergie ein technisch nutzbares Potenzial von rund 36.667 Megawattstunden berechnet. Die Kapazität aller AKWs in der BRD beträgt dagegen nur 22.563 Megawattstunden. Außerdem wäre es möglich, den gesamten Stromverbrauch mit Solarzellen abzudecken. Dazu wären etwa 3000 Qudratkilometer Solarzellenfläche notwendig, d. h. schon ein Teil aller Hausdächer würde für die Stromerzeugung mit Solarzellen ausreichen, um den Großteil des Endverbrauchs abzudecken. Gegen die sofortige Stillegung aller Atomanlagen und gegen die sanfte, dezentrale Energienutzung stehen jedoch die Profitinteressen von Konzernen wie Siemens oder RWE.

Widerstand gegen das Atomkapital und seine Handlanger

Keine der im Bundestag vertretenen Parteien einschließlich der PDS (im Parteiprogramm der PDS fehlt jegliche zeitliche Festlegung für die Beendigung der Atomenergienutzung) setzt sich für eine sofortige Stillegung aller Atomanlagen ein. Die "Energiekonsensgespräche" - vor 1998 zwischen SPD und CDU/CSU, heute zwischen SPD/Grünen und der Atomindustrie - haben das Ziel, für eine langfristige nukleare Option politische Akzeptanz und Rahmenbedingungen zu schaffen. Der mehrheitlich gegen die Atomenergie eingestellten Bevölkerung und den Menschen an den Atomstandorten soll erklärt werden, dass weitere Atomtransporte und die Produktion von Atomenergie durch die bestehenden Reaktoren im Umfang der gesamten bisherigen Energiemenge ein "Ausstieg" sei und der Widerstand der Anti-AKW-Bewegung - wie z. B. CASTOR-Blockaden - überflüssig. Wir halten im Gegenteil daran fest: Wer die Herstellung von Atommüll beenden will, muss dafür sorgen, alle Atomanlagen sofort stillzulegen - in Gronau, in Garching, das Atomfusions-Kraftwerksprojekt in Greifswald und anderswo. Und zwar durch Konfontation statt durch "Konsensgepräche" mit RWE, Atomparteien und Polizei für die Modernisierung der Atomenergie zu sorgen.

- Stoppt alle CASTOR-Transporte - Kein Bau von neuen Zwischenlagern an den Atomstandorten

- Sofortige Stilllegung aller Atomanlagen - Verschrottung aller Atomwaffen

Termine

- Informationsveranstaltung zu den Anti-CASTOR-Aktionen im Wendland: 22. März, 20 Uhr, Universitätsstr. 16 (Unikum, Raum C)

- Bundesweite Auftaktdemonstration: Samstag, den 24. März, 10 Uhr in Lüneburg - Anschließend: Bezug der Widerstandscamps

Dieter Asselhoven

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Netzseiten der Alternativen Liste, zuletzt aktualisiert am 17.03.2003. Kontakt: AL-Plenum@uni-koeln.de