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Mumia Abu-Jamal


 

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Mumia Abu-Jamal: Todesurteil nur ausgesetzt

Am 9. Dezember 1981 um 3 Uhr 52 nachts wurde der Polizeibeamte Daniel Faulkner in Philadelphia, USA, auf offener Straße erschossen. Schwer verletzt am Tatort festgenommen und der Tat beschuldigt wurde der damals 27jährige Journalist Mumia Abu-Jamal. Er wurde am 3. Juli 1982 wegen Mordes zum Tode verurteilt und sitzt seit mehr als 20 Jahren in Einzelhaft in einer Todeszelle.

Das FBI hat Abu-Jamal seit seinem 15. Lebensjahr überwacht. Er engagierte sich damals bereits in der Black Panther Party (BPP) und war Informationsminister der Sektion in Philadelphia. Sein Name fand sich auf dem National Security Index, einer Liste von Personen, die im Falle eines Notstandes zu verhaften seien. Im folgenden Jahr wurde er Redakteur beim Black Panther, der Zeitschrift des Black Panther Movements. Anfang der 70er Jahre löst er er sich wieder von der BPP. In den folgenden Jahren entstanden viele polizeikritische Artikel, besonders zum Thema Rassismus und Polizeigewalt. Großes Aufsehen erregte er durch seine Berichterstattung über die Verfolgung der Move-Bewegung. Philadelphias Bürgermeister Frank Rizzo, der 1978 für das Vorgehen gegen die Move-Bewegung verantwortlich war, sagte über Mumia, er sei eine "Ausgeburt des Journalismus, die um jeden Preis vernichtet werden muß".

1981 wurde Mumia Zeuge der Mißhandlung seines Bruders durch amerikanische Polizisten bei einer Verkehrskontrolle. Später fand man den Polizeibeamten Faulkner tot auf und Abu-Jamal angeschossen.

Der Prozeß und das Todesurteil gegen Abu-Jamal waren ein Justizskandal: rassistische Geschworene, von der Polizei unter Druck gesetzte ZeugInnen, verschwundene "Indizien". Amnesty International z. B. kam zu einem vernichtenden Urteil über das Verhalten von Polizei, Staatsanwaltschaft und Gericht und forderte eine Wiederaufnahme des Verfahrens (Amnesty International: Mumia Abu-Jamal. Ein Leben in der Schwebe, Oktober 2000).

Inzwischen liegt sogar ein Geständnis des wahren Täters vor, nämlich des Auftragskillers Arnold Beverly. Beverly hat am 8. Juni 1999 den fälschlich Abu-Jamal vorgeworfenen Mord an dem Polizisten Daniel Faulkner in einer eidesstattlichen Erklärung gestanden und eine Clique aus korrupten Polizeikreisen und Unterwelt in Philadelphia als seine Auftraggeber benannt.

Mumia Abu-Jamal sitzt nicht deshalb in der Todeszelle, weil ihm ein Mord nachgewiesen worden wäre, sondern deshalb, weil er schwarz, ein Angehöriger der Unterklassen und ein kämpfender Revolutionär ist, der schon vor seiner Verhaftung kein Blatt vor den Mund nahm und sich auch im Gefängnis nie den Autoritäten unterworfen hat.

Ende Dezember 2001, nach über 20-jähriger Haft in der Todeszelle hat Bundesbezirksrichter William H. Yohn seine seit weit über zwei Jahren erwartete Entscheidung über einen Berufungsantrag bekannt gegeben: Er hob das Todesurteil vorläufig auf und setzte dem Staatsgericht von Philadelphia eine Frist von 180 Tagen, neu über das Strafmaß zu verhandeln. Geschieht dies nicht, wird nach Ablauf des halben Jahres die Strafe auf seine Weisung hin automatisch in Lebenslänglich umgewandelt. Richter Yohn stützt seine Entscheidung nicht auf den von Abu-Jamals Anwälten eingereichten überwältigenden Katalog von juristischen Anfechtungen, neuen entlastenden Beweismitteln und auf das Geständnis des eigentlichen Täters Arnold Beverly, sondern einzig auf die Feststellung, die Geschworenen hätten 1982 nicht ausreichend mildernde Umstände berücksichtigt. Daher sei das Strafmaß aufzuheben gewesen und müsse vor einer Jury neu verhandelt werden. Gleichzeitig lehnte Yohn den Berufungsantrag von Abu-Jamals Verteidigung ab, die seit 1995 die Wiederaufnahme des Verfahrens fordert.

Sofortige Freilassung von Mumia Abu-Jamal!

Weg mit der Todesstrafe!

Projetbereich Antifa der AL

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Netzseiten der Alternativen Liste, zuletzt aktualisiert am 17.03.2003. Kontakt: AL-Plenum@uni-koeln.de