AL-Logo

OFW-Kongress 2001


 

 Startseite
- - - - - - - - - - - -

 Selbstdarstellung
 Kontakt
 AL-Info
- - - - - - - - - - - -

 Antifaschismus
 Antimilitarismus
 Antirepression
 Bildungspolitik
 Biopolitik
 Kultur
 Ökologie
 Soziales
- - - - - - - - - - - -

 StudentInnenschaft
 AStA
- - - - - - - - - - - -

 Service
 Termine
 Links
- - - - - - - - - - - -

 AL-Archiv
 Suche

"Gefragt sind Macher-Studenten"

Vom 4. bis 6. April vereint der von der studentischen Initiative Organisationsforum Wirtschaftskongress (OFW) in Köln organisierte VIII. Deutsche Wirtschaftskongreß "erneut die wirtschaftliche und akademische Elite", so die Wirtschaftswoche. Unterstützt und finanziert von Unternehmen wie z.B. Lufthansa und DaimlerChrysler diskutieren 400 UnternehmerInnen der "1. und 2. Führungsetage" (Internetseiten des OFW) mit 400 StudentInnen, die solche werden wollen, unter dem Motto "NET PLANET - strategies for a new economy" die Rolle neuer Informations- und Kommunikationtechnologien. Seit dem 1. OFW-Kongress an der Uni Köln 1987 werden hier in zweijährigem Rhythmus Kapitalstrategien, wie der OFW sagt "Themen von strategischer Bedeutung", diskutiert, so 1993 die Ressource Mensch.

Für die Uni Köln ist die Kooperation mit Unternehmen von größter Bedeutung, sind doch die Universitäten u.a. aufgrund des gezielten Rückzugs des Staates aus der Finanzierung öffentlicher Hochschulen zunehmend auf Sponsoring angewiesen. Besonders deutlich wird eine derartige Unterwerfung unter Kapitalinteressen beispielsweise an der Kunsthochschule Berlin, die eine "Deutsche Bank 24-Professur für Multimediale Kunst" eingerichtet hat.

Politisches Ziel ist dabei auch die Umgestaltung der Hochschulen zu Dienstleistungsunternehmen: Sie sollen nicht nur für, sondern auch wie Unternehmen funktionieren. Betriebswirtschaftliche Mechanismen werden ins Innere der Institution Universität übertragen. Dementsprechend sind StudentInnen gefragt, die ihre Selbstverwertung schon während ihrer Hochschulausbildung zur Ware effizient organisieren. Die beim OFW aktive Elite angeblich total hipper Studis soll zum Leitbild der StudentInnen überhaupt werden.

"Gefragt sind Macher-Studenten, die Ideen haben sowie die Energie und den eisernen Willen, diese Projekte umzusetzen" (OFW). Nicht mehr ist nur die/der StudentIn als so genannte Überlast Thema im herrschenden Diskurs: StudentInnen sollen sich selbst als Ware betrachten und als solche organisieren. Wer diesem Leitbild nicht entsprechen kann oder will, wird mit Maßnahmen wie Zwangsberatung oder vermehrten Prüfungen diszipliniert oder gleich selektiert.

Ausgewählte StudentInnen dürfen sich beim Kongress dann auch im mit Teppichen ausgelegten und schön bepflanzten Philosophikum als führende UnternehmerInnen von morgen fühlen - abgeschirmt von zahlreichen Sicherheitskräften. Für die anderen, etwa Erstsemester, ist das Philosophikum abgeriegelt. Allerdings sind umfassende Sicherheitsmaßnahmen in etwas unauffälligerer Form inzwischen auch alltägliche Realität, so bei der umfassenden Videoüberwachung an der Universität. Gleichzeitig werden Räume der StudentInnen immer mehr enteignet. Daß der OFW im Anschluss an den diesjährigen Kongress sogar die Erstsemesterberatung im Philosophikum behindert, ist somit nur ein weiterer Höhepunkt solcher Entwicklungen.

V.i.S.d.P.: Florian Kappeler

März/April 2001

mmmmmmmmm mmmmmmm mmmmmm mmm mmm mmm mmm mmm mmmm mmm mm mmm mmm mmmm mm mm mmmm mm mm
   

Netzseiten der Alternativen Liste, zuletzt aktualisiert am 17.03.2003. Kontakt: AL-Plenum@uni-koeln.de